Warum Kleidertauschpartys die Welt retten.


''Es ist Donnerstag und ich freue mich riesig auf die kommende Veranstaltung von meiner Hochschule und dem initiativen Netzwerk Fairquer. Zahlreiche aussortierten Anziehsachen verschwinden in dem großen Plastiksack. Nicht gerade umweltfreundlich und schlau einen Plastiksack zu einer Veranstaltung mitzunehmen, die Nachhaltigkeit propagiert.
Ich erfreue mich schon innerlich an den glücklichen Gesichtern, die meine Anziehsachen neu entdecken und als ihre eigenen Klamotten anerkennen. Ich liebe solche Art von Partys. Zugegeben haben ich bis jetzt nur zwei solche Veranstaltungen besucht. Einmal bei einer Freundin und jetzt in der Öffentlichkeit. Es ist sehr entspannt und zum Schluss der Ekstase gibt es keinen Kater von zu viel Alkohol. Die unbrauchbaren Anziehsachen werden nach frei Schnauze untereinander getauscht und jeder nimmt sich das Teil, welches er für schön empfindet. Es ist eine eigenartige Art den Konsum entgegen zu wirken und die Glücksgefühle trotzdem klingeln zu lassen.''


Heute ist Black Friday und gefühlt alle zahlwidrigen Lebewesen sind in großer Aufbruchbereitschaft. Schließlich gibt es in Geschäften zahlreiche Prozente auf das
Sortiment und sogar das Reformhaus ist nicht von dem Trend verschont geblieben und bietet mindestens 10 Prozent auf die gesamte Auswahl, um wenigstens die Laufkunschaft bei Laune zu halten.
Die Menschen sind im unendlichen Kaufrausch.

Wie viele Klamotten brauchen WIR eigentlich?

Die Herstellung von Textilien ist leider ein wehleidiges Thema. Das Verfahren verbraucht sehr viele Rohstoffe und die Verwendung von Chemikalien ist Alltag. Rund 25 Prozent des Pestizidmarkes gehört nur dem Baumwollanbau. Von dem hohen Wasserverbauch und dem dazugehörigen austrocknen des Aralsees zu schweigen. Die Wasserverschmutzung bei der Textilveredlung führt einen weiteren erheblichen Schaden unserem Ökosystem zu. Der unkontrollierte Lohn der Näherinnen in den anderen Ländern, die kein Gesetzt haben, lässt einen bitteren Beigeschmack in dieser Branche. Wofür nur eigentlich? Wahrscheinlich für die schnelle Industrie und den Wunsch alles im Wasserfall fließen zu lassen, damit der Markt und die Nachfrage nicht versiegelt.

Und was möchtest DU?

Als ich angefangen habe mich mit dem Thema auseinander zu setzen (vielen Dank an meine Uni), sah ich nicht mehr die schönen Teile in dem Schaufenstern der gängigen Läden wie Primark, Zara, H&M und Co., sondern eine traurige Geschichte. Eine Geschichte der Menschen, die kein Gesicht in dieser weiten Welt haben und nur als Ware behandelt werden.
Eher gesagt als Sklaven.
Wir benötigen ein Umdenken.


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