Vintage und Veganismus - Ohne Pelz, Leder, Wolle und Seide in der Retrowelt.




Während ich die wunderschöne alte Vintagemode mit den großen strahlenden blauen Augen in dem nahestehenden Altkleiderladen anschaute, war mir sofort klar, dass diese vielfältige Stilrichtung zahlreiche tierische Naturprodukte in der menschlichen Bekleidung beinhaltet. Schließlich waren Pelz, Leder, Wolle und Seide in der Vergangenheit ein klares Luxusgut und von intensiver Langlebigkeit geprägt.

Von den tierischen Naturprodukten hört man heute nur positive Mundpropaganda. Sogar meine Mama erzählt mir gerne die kurze Geschichte von einem fernen Bekannten und seinen zehn Jahren alten Lederschuhen, wenn ich ihr mal wieder auf die Frage, wieso ich keine Lederschuhe kaufen möchte, meine Meinung offenkundige. Mag sein, dass ein solches Gedankengut für die klare Sicherheit der eigenen Bekleidungsstücke sorgt. Dennoch, wenn man genau in die Thematik hin schaut und das Herstellungsverfahren der tierischen Naturprodukte hinterfragt, erforscht, dann erkennt man, dass wir uns nicht mehr in der Slow Fashion der Vergangenheit befinden, sondern ein klares Zeichen der industriellen Massenproduktion vorfinden.


 Pelz
Wer heutzutage ein Pelz trägt, gilt leicht als OUT, aber nur in den Ländern, die nicht von der eisigen Kälte geplagt werden. Zum Glück befindet sich China in der Nähe, denn dieses von Pelztieren umgebene Land ist weltweit der größte Pelzexport im Gebiet und fertigt rund 80 Prozent aller Pelzprodukte.
In China gibt es kein konkretes Tierschutzgesetz, welches für die benötigte Sicherheit der Pelztiere sorgt und wer glaubt, dass der Pelz von Natur aus seine einzigartige Schönheit behält, hat noch nichts von analen und genitalen Elektroschocks zum töten der Tiere gehört. Zudem wird die Haut mit giftigen Chemikalien, wie Schwefelsäure, Ammoniumchlorid oder Bleiazetate behandelt, um ein Zersetzen und Schimmeln zu verhindern.

Das Gleiche gilt für die Herstellung von Schuhen, Handtaschen, Gürtel und Uhren aus Leder. Die Lederprodukte sorgen für die Umweltverschmutzung, sind dank dem Gerben mit dem Chrom III krebserregend, die Kinderarbeit ist bei der Lederproduktion stark verbreitet, die Profitgier der Schlachthäuser sind keine Seltenheit mehr, die alten heiligen Kühe aus Indien werden auf brutalste Weise in Lastwagen gedrängt und in weite Schlachthäuser nach Bangladesch transportiert, es gibt keine genau Kennzeichnung der Lederprodukte, es werden geschätzt zwei Millionen Hunde und Katzen pro Jahr in China als Handschuhe oder Gürtel verarbeitet und sogar Hersteller aus Deutschland, die ihr Leder aus Asien bezieht, können mit gutem Gewissen auf die Etiketten ''Made in Germany'' drucken.

Ohne den Eingriff des Menschen würden die Schafe nur so viel Wolle produzieren, wie sie brauchen, um sich von der Witterung in der Natur zu schützen, da ihr Vlies wirksam gegen Hitze und Kälte isoliert.
Das Tier ist ein Produkt der Industrie und wie es sich für die Industrie gehört, werden die meisten Vorgehensweisen ohne Betäubung gemacht. Den Lämmern wird wenige Wochen nach der Geburt die Ohren durchstochen, die Schwänze werden auf das Minimum gekürzt und männliche Lämmer werden kastriert. Die ausgebildeten Schafscherer werden nicht nach Stunden bezahlt, sondern nach der Menge der geschorenen Schafe. Diese trostlose Motivation fördert die Arbeiter zum schnellen Erfolg des Scherens und nicht zum Wohl der Tiere.

Dank der Domestizierung vom Menschen ist der häutige Maulbeerspinner ein Flug unfähiger Nachtfalter und ist sehr anfällig für Krankheiten durch Pilze und Bakterien. Zudem werden die Seidenraupen lebendig im heißem Wasserdampf gekocht und bei ihrem Versuch der tödlichen Qual zu entkommen, winden sich die zum Tote geweihten Tiere in dem Kokon. Insgesamt benötigt man 50.000 kleine Seidenraupen für ein schlichtes Seidenkleid.



Wenn man alte Ledersachen oder andere Naturprodukten im Second Hand Shop bezieht, haben die ausgebeuteten Tiere wahrscheinlich nicht diese schlimmen Vorgehensweise der Herstellung erlebt. Aber jedes, in der Öffentlichkeit, gezeigte und getragene Bekleidungsstück animiert die betrachtenden Menschen zum nach machen und Kauf der tierischen Naturprodukte.

"Leider kann man heutzutage nicht genau wissen, ob der neu gekaufte Rinderledergürtel doch nicht von dem süßen Hund aus China stammt." - Anna Kaufmann

In der näheren Zukunft werde ich auf die zahlreichen veganen Alternativen, zur den oben genannten Naturprodukten, eingehen. Dieser Text soll definitiv kein Ausdruck mit dem gehobenen Zeigefinger werden, sondern ein Appell etwas in dem eigenen Denken zu verändern und vielleicht die jetzige menschliche Situation zu hinterfragen. Schließlich ist nicht alles Gold was glänzt.

Ich trage
Bluse: Kleidertauschparty

Keine Kommentare