''Die Schönheit der Vollkommenheit und unvollendeten Dinge, aber auch das Bescheidene und Schlichte - die Schönheit in Ihrem materiellen Ausdruck.''


Es war eine harte Zeit, die sich auf jeden Fall gelohnt hat. 
Diese wundervolle Möglichkeit werde ich niemals vergessen. 
Es war eine große Chance, die ich mit Erfolg und Gelassenheit gemeistert habe. 
Ich wurde stark mit Anerkennung und Lob belohnt. Lange ist es schon her,
dennoch vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht daran denke, wie viel Mühe mich dies alles gekostet hat.


Ihr müsst bedenken, dass ich die gesamte Atmosphäre
in den Räumen selbst gestaltet habe - es gehörte mit zu der Aufgabe.
Jeder Designer hat eine stehengelassene Wohnung zur Verfügung bekommen und musste sie
passend zu seinem Thema gestalten.



Die Wende in der Wohnung waren eine außerordentliche Herausforderung. An dem besagten Sonntag machte ich mich, gegen 11 Uhr, auf dem Weg zu der Wohnung und mir wurde diese auch freundlich aufgeschlossen, dennoch musste ich, in der von mir benannten Zeit, in der Wohnung eingesperrt verweilen, da der Person nicht gestattet 
war mir den Schlüssel zu übergeben - es war verboten. Mir wurde gesagt, dass ich ganz gelassen die Eingangstür öffnen kann und schließlich, wenn ich fertig sei, das Haus verlassen könnte.  


Die Zeit verging, die Kreativität stieg. Ich fühlte mich mit dem Ganzkörperschutzanzug wie ein Darstellerin von der Serie Breaking Bad, die heimlich Crystal Meth in einer stehen gelassenen Wohnung kochte. Die Menschen schauten interessierst auf meine Streichfähigkeiten und beobachten gezielt, wie das, von mir selbst ernannte Kunstwerk, mehr wurde und immer mehr Fülle annahm. 
Jede Ecke, jede Kante erzählte für mich damals eine eigene Geschichte und so bemalte ich diese
mit Gefühl der Geburt einer großen Veränderung. Gegen 16 Uhr wurde ich fertig. Zufrieden mit meinem Ergebnis und großer Vorfreude auf das gemütliche Heim mit wohlverdienten Essen. 
Das Problem war, dass die untere Tür nicht mehr aufging und dadurch war ich sozusagen eingesperrt. Für ganze drei Stunden konnte ich meine Fähigkeit, den Wänden eine neue Stimme zu verleihen, auffrischen und obwohl ich damals
einer starker Müdigkeit und großem Heimweh ausgeliefert war, bin ich sehr dankbar dafür,
dass ich diese wundervollen Stunden nutzen konnte, um diese Ausstellung noch
perfekter zu machen.

 

 

Dank der Ausstellung existiert jetzt das Label ''ANNA KAUFMANN DESIGN''.
Mein eigenes Schmuckstück, welches ich mit langsamen Schritten aufbaue
und merke, wie groß und erwachsen es wird.
Ohne Eile, aber stätig sehe ich wie ''Mein Baby'' sich auf die große,
weite Welt vorbereitet. Mein Design hat sich nur ins Positive verändert.
Mehr Farben. 
Mehr Fröhlichkeit. 
Mehr Weiblichkeit. 
Mehr Vintage.
Ich habe keine Lust mehr auf die schwarze, triste Energie, die sich überall im Raum verbreitet,
wenn man die schwarze Farbe für sich akzeptiert. Die Farben des Lebens scheinen einem, in der Dunkelheit verhüllt, verborgen zu bleiben. Man fühlt sich stark und unantastbar.
Aber das möchte ich nicht mehr.
Ich möchte das Leben in vollen Zügen genießen
und jede Farbe auf dieser Welt mit Vergnügen auskosten.

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